Geschichte



Oskar Fraas, der Ausgräber der Bärenhöhle (1861)
Neben den Funden aus dem Vogelherd gehört der Löwenmensch aus dem Hohlenstein-Stadel zu den wichtigsten Zeugnissen menschlichen Schaffens in der Eiszeit. Im Wald oberhalb des Hohlenstein wurden Reste eines römischen Gutshofs gefunden.
Der Löwenmensch
Am vorletzten Grabungstag des Jahres 1939, am 25. August, fanden der örtliche Grabungsleiter und seine mit Pickeln und Schaufeln hart arbeitenden Grabungshelfer in der Lonetalhöhle Hohlenstein-Stadel etliche Splitter aus Mammutelfenbein.
Die Splitter wurden eiligst in Zigarrenkisten verpackt und nach Tübingen verschickt, da die Grabung wegen des zweiten Weltkrieges abgebrochen werden musste. Der sensationelle Fund blieb vorerst unerkannt.
Die Zigarrenkisten verblieben zunächst in Tübingen als Eigentum des Grabungsleiters Robert Wetzel. Wetzel vermachte diese Funde 1962 der Stadt Ulm,so gelangten die Elfenbeinsplitter, in ihrer Bedeutung noch immer unerkannt, auf den Dachboden des Ulmer Museums.

Mammutstoßzahn, Grabung 1960
Die Figur war vor allem im Rücken und auf der rechten Seite stark beschädigt, aber auch die Kopfpartie war nur unvollständig erhalten. Hahn führte dies auf einen Pickelhieb bei der Grabung 1939 zurück.
Trotz des schlechten Erhaltungszustandes hielt Hahn den Kopf der Figur für einen Löwen- oder Bärenkopf. Eine Verdickung auf der linken Seite des schlecht erhaltenen Kopfes deutete Hahn als Ohr eines Bären oder Löwen. 1974 oder 1975 gab eine unbekannte Frau eine Schachtel, gefüllt mit weiteren Elfenbeinsplittern, im Ulmer Museum ab. Gefunden wurden die Splitter angeblich von einem Jungen, der durch das Höhlengitter geschlüpft war und die Splitter vom Boden aufgelesen hatte. Die Mutter hatte offenbar ihr schlechtes Gewissen geplagt und sie hatte die Funde des Buben im Ulmer Museum abgegeben, ohne ihren Namen zu nennen.
Der Kopf der Figur konnte mit diesen Stücken nun eindeutig als Kopf eines Löwen erkannt werden.
Die Figur wurde 1987/88 rekonstruiert. In dieser Gestalt ist sie seither im Ulmer Museum zu sehen.
Ausführliche Informationen zu Löwenmensch, Schamanismus und Neandertalern finden Sie hier zum herunterladen im pdf-Format.
Informationen über das Lonetal im lonetal.net
Zur jüngeren Geschichte unserer Gemeinde
Urkundlich erwähnt wird die Gemeinde erstmals im Jahr 1143. In diesem Jahr schenkten die Dillinger Pfalzgrafen dem Kloster Anhausen Güter in Asselfingen. Von etwa 1200 bis 1500 gab es zwei in Asselfingen ansässige Adelsfamilien. Eine Adelsfamilie hatte ihren Sitz in "einem Schloß hinterm Jägerbauer", die andere Familie in der Nähe der Wirtschaft zum Hirsch (Schlössle).
Auf eine der beiden Adelsfamilien (Hans von Auslaibingen; 1439) geht das Asselfinger Wappen, ein Fallgitter im Schild, zurück. Nach dem Erlöschen des Asselfinger Ortsadels ging ein Teil der Güter 1540 in den Besitz der Besserschen Familie in Ulm über, einem alten Ulmer Patriziergeschlecht. Bernhard Besserer, der 1542 verstarb, nahm 1521 als Ulmer Bürgermeister am Reichstag in Worms teil, auf dem auch Luther sprach.
Die Stadt Ulm übte die Landeshoheit und die höhere Gerichtsbarkeit über Asselfingen von 1540 bis 1803 aus. In die Zeit der Ulmer Herrschaft fallen der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) und die Franzosenkriege, von denen der letzte, der Feldzug Napoleon Bonapartes, das Ende der Ulmer Herrschaft über Asselfingen erzwang. Im Jahre 1802 verlor Ulm den Status der Reichsstadt und wurde von den Bayern, die auf der Seite der Franzosen kämpften, einverleibt. Als Anhängsel der Ulmer gehörte somit auch Asselfingen von 1802-1810 zu Bayern. Im Jahr 1810 kam Ulm und das Ulmer Land durch einen Vertrag des Königs Friedrich von Württemberg mit Kaiser Napoleon schließlich zu Württemberg.

Blick auf Asselfingen
(im Hintergrund ist die Nachbargemeinde Rammingen zu sehen)
